Es mag überraschen, aber Gesundheit ist ein
noch zu wenig erforschtes und untersuchtes Thema. Wir neigen dazu, uns
auf Krankheit zu konzentrieren – in der Annahme, dass
unweigerlich mit dem Fehlen biologischer Symptome Gesundheit entsteht,
oder was noch bedenklicher ist, dass man sich bei Vorhandensein
körperlicher Einschrän-
kungen nicht gesund, genuss- und
leistungsfähig fühlen kann. Krankheit
hat das Rennen um wissenschaftliche
Anerkennung gewonnen.
Einen Meilenstein für das Verständnis
von Gesundheit setzte die Salutogenese.
Der salutogenetische Ansatz betrachtet Erkrankungen
eher unspezifisch und fragt, warum Menschen gesund bleiben. Zweifellos
wird hier
auch nach vorhandenen und genutzten Gesund-
heitsressourcen gefahndet. Gleichzeitig wird die
grundlegende Tatsache des Menschseins bestätigt, dass ein Mensch
eher gesund als krank ist.
Betriebliche Gesundheitsförderung ruht heute
im Wesentlichen auf drei Säulen:
den Gesundheitsangeboten im Unternehmen
(Verhaltensprävention),
der gesundheitsfördernden
Arbeitsgestaltung (Verhältnisprävention),
der gesundheitsfördernden Führung
und dem gesundheitsfördernden
Management (Führung).
Dabei ist gesundheitsfördernde
Führung sowohl Krönung als auch
Fundament für die betriebliche
Gesundheitsförderung. Auf der
einen Seite ermöglicht erst die
Führungsentscheidung,
Gesundheitsangebote wahrzunehmen
und die Arbeit
gesundheitsfördernd zu
gestalten. Darüber hinaus hat
das Führungs-
verhalten wesentlich Einfluss auf die
Arbeitszufriedenheit und das Befinden
der MitarbeiterInnen und damit auf die Motivation
und Leistungsbereitschaft.
Das unersetzliche Instrument der
Führungskräfte hierbei ist der geeignete Dialog mit allen
MitarbeiterInnen. Der Schlüssel zum Erfolg ist in der
Qualität und Intensität von Führung zu suchen.